Verfasst von: bart21 | Juni 20, 2009

…Die Finanzkrise und die NBA-Liga (I)

1. Einleitung
Die Nachrichten reißen nicht ab: tagtäglich kommt es zu neuen, fast horrorähnlichen Meldungen von Finanzmarkt. Weltweit geraten Banken unter Druck. In einigen Ländern, wie z.B. in den USA verliert eine Bank nach der anderen den Boden unter den Füßen und wir fühlen uns immer mehr in das Jahr 1929 zurückgesetzt, in die Zeit der ersten großen Wirtschaftkrise. In der Bevölkerung macht sich Unruhe breit, niemand weiß genau, was als nächstes passieren wird. Die Krise trifft auch die NBA.  Die Zeit, in der Spieler mit 120 Mio Dollar Ablösesumme die Clubs wechselten, dürfte erstmal vorbei sein. Die NBA (National Basketball Assosiation) wuchs und gedeihte in wirtschaftlich prosperierenden Jahren, doch zur Zeit der anwachsenden Wirtschaftskrise ist die Zukunft dieser Liga mehr als fraglich. Das weitere Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (Rekordumsatz von 3,8 Milliarden Dollar) wird nicht mehr möglich sein. Welche Folgen könnte die Krise für die einzelnen Clubs haben? Verlieren sie ihren Nimbus, ihre Fans oder sind sie sogar gezwungen, den Standort zu wechslen, um an einem anderen Ort auf ein besseres Geschäfft zu hoffen?
Als erste Sportliga der USA musste die NBA Mitarbeiter entlassen. 80 Mitarbeiter verloren ihren Job, als Reaktion auf unsichere wirtschaftliche Zeiten.

2. Finanzierung der NBA-Clubs
Als die drei großen Säulen der NBA gelten diese Einnahmequellen:
1.TV-Gelder
2.Tiketeinnahmen
3.Sponsorengelder

2.1 TV-Einnahmen:

An erster Stelle stehen die TV Einnahmen. Mit einem neu ausgehandelten Vertrag um ABC ,TNT und ESPN,  die führenden Sportsender der USA, soll die NBA für 8 Jahre       7,4 Milliarden Dollar für Übertragungsrechte erhalten:  „Das TV- Geld ist uns im Grunde sicher“ glaubt Adam Silver (NBA-Managment).
Dieser neue Vertrag ist auf einen historischen Höchststand geklettert und umfasst mit 7,4 Milliarden Dollar mehr Geld als jemals zuvor in der Geschichte in die NBA geflossen ist. Je nach Bekanntheitsgrad/Beliebtheitsgrad (Einschaltquoten) und den jeweiligen Erfolg in der Liga (Playoffs oder Meisterschaftsgewinn) wird mehr oder weniger Geld an die einzelnen Clubs verteilt.

Doch liegt das Problem nicht hier: der Amerikanische Profisport Basketball kann sich mit einem immer mehr wachsenden Beliebtheitsgrad schmücken. Diese Säule steht mehr und mehr als einziger Fels in der Brandung, welcher umrundet ist von immer mehr haltsuchenden NBA „Franchises“ am Fuße des Felsens.
Aber ist dieser Fels wirklich so sicher? Wodurch verdienen diese drei Fernsehgesellschafften denn so viel Geld, um es an die NBA weiterzuleiten?
Die Antwort ist einfach: durch Werbeeinnahmen, welche hauptsache Konsumgüter anpreisen wie zum Beispiel Bier, Chips und Autos. Diese Werbung lauft vorher, nachher und in den Pausen der NBA Spiele. Das ist in der NBA nicht anders als in den anderen bekannten Sportarten wie der Formel 1 und den Fußballligen. Mit der Wirtschaftskrise werden aber auch die Marketing Budgets der Industrie sinken. Ob dieser TV-Vertrag, der über acht Jahre abgeschlossen wurde, bei weiterem Verlauf der Krise solange hält, ist mehr als fraglich.

Nach Meinung der NBA-Macher dürften aber die hohen Ticketpreise und die sinkenden Sponsorengelder einen guten Grund zum Grübeln über die Zukunft der Liga sein.

2.2 Sponsorengelder:

Einige Sponsoren gingen schon in die  Insolvenz, wie zum Beispiel die US-Bank Wachovia, die nicht nur die Philadelphia 76ers sponsorte, sondern auch eine Reihe anderer Clubs und Ligen. Andere Banken, wie die größte Sparkasse der USA, die Washington Mutual, ebenfalls Sponsor einiger Clubs, steckt ebensfalls in der Krise.
Sponsoren untersützen die Vereine deshalb, weil sie von dem positvien Image Effekt der Clubs für ihr eigenes Geschäfft profitieren wollen. Wenn die Sponsoren von der Finanzkrise erwischt werden, müssen sie ihr finanzielles Engagement reduzieren oder ganz beenden.

2.3 Ticketeinahmen:

Die Ticketeinnahmen als dritte Säule der Club Einnahmen sind ebensfalls gefährdet. Schon sank der Verkauf der Dauerkarten. Mit zunehmender Arbeitslosigkeit werden diese weiter sinken. Immmerhin kostet ein Ticket für eine 4-köpfige Familie durchschnittlich 250 Dollar, bei den Lakers sogar 400 Dollar.

Die Clubs reagieren darauf mit sinkenden Ticketpreisen beziehungsweise höheren Rabatten, um auch in die kleinste Arena eines NBA-Clubs wieder mehr Zuschauer zu bekommen, z.B. bei den Sakramento Kings und den Charlotte Bobcats. Diese beiden gehören z.B. zu den Clubs, die es am meisten trifft, da durch fehlenden Liga-Erfolg und nicht vorhandenen (publikumswirksamen) Stars im Team erstens die Fernseheinnahmen geringer sind und nicht auch zuletzt die Fans ausbleiben. Außerdem sieht es auch im Fernsehen garnicht gut aus, wenn die Halle leer ist. Die Atmosphäre einer vollen Halle ist auch für die Zuschauer am Bildschirm sehr wichtig.


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